Der Arbeitsvertrag

Sie haben den Auswahlprozess erfolgreich absolviert und haben ein Jobangebot vorliegen. An dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch! Ihre Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag besiegelt Ihr Arbeitsverhältnis und Sie können loslegen. Allerdings gilt es als erstes, den Arbeitsvertrag sorgfältig zu lesen und auf seine Vollständigkeit zu überprüfen.

 

Der vollständige Arbeitsvertrag

Grundsätzlich gilt in Deutschland Vertragsfreiheit, d. h. Arbeitgeber sind bei der Gestaltung des Arbeitsvertrages kaum an Regeln gebunden. Er kann sogar mündlich geschlossen werden. Juristisch betrachtet, handelt es sich um eine Sonderform des Dienstvertrages und unterliegt den Bestimmungen der §§611 bis 630 BGB. Er beinhaltet die Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und -nehmern.

  • Beginn: Das genannte Datum regelt, wann Ihre Tätigkeit beginnt. Erst ab diesem Datum erbringen Sie Leistung und erhalten Lohn. Bei befristeten Verträgen  muss das Ende der Arbeitszeit erwähnt werden. Eine Ausnahme besteht bei zweckgebundenen Befristungen wie etwa der Elternzeit.
  • Tätigkeitsbeschreibung: Ihr Arbeitsinhalt muss im Vertrag Erwähnung finden. Bei kleinen Unternehmen fällt die Tätigkeitsbeschreibung meist weniger detailliert aus, um Mitarbeiter flexibel einsetzen zu können. 
  • Nebentätigkeit: Nebentätigkeiten sind prinzipiell erlaubt – Sie sollten sich die Aktivität von Ihrem Arbeitgeber schriftlich genehmigen lassen.
  • Krankheitsfall: Sollte in Ihrem Arbeitsvertrag keine Ausnahmeregelung erfasst sein, müssen Sie einen Krankheitsfall am ersten Tag melden und nach drei Krankheitstagen eine ärztlich bestätigte Krankmeldung vorlegen.
  • Geheimhaltungspflicht: Alle Betriebsinterna sind geheim und dürfen dementsprechend nicht an Dritte kommuniziert werden. Achten Sie auf nicht zu starre Bindungen, die Sie nach Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses behindern könnten.
  • Arbeitsort: Auch der Ort, an dem Sie Ihre Leistung erbringen, ist im Vertrag klar definiert. Ihr Arbeitgeber darf Sie gegen Ihren Willen nicht einfach an eine andere Niederlassung versetzen. 
  • Probezeit: Die Probezeit darf laut Gesetz höchstens 6 Monate betragen. Währenddessen können beide Vertragspartner das Anstellungsverhältnis ohne Angabe von Gründen beenden.
  • Arbeitszeit: Der Vertrag beinhaltet, wie viele Stunden Sie pro Woche leisten müssen. Zudem sollte Erwähnung finden, wie mit Überstunden verfahren wird – eine pauschale Abrechnung über das Grundgehalt ist unzulässig. Grundsätzlich dürfen Sie nicht länger als 10 Stunden arbeiten. Zwischen zwei Schichten müssen 11 Stunden Ruhezeit liegen.
  • Kündigungsfrist: Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende. 
  • Urlaub: Ihnen stehen 20 Tage pro Jahr bei einer 5-Tage-Woche und 24 Tage pro Jahr bei einer 6-Tage-Woche zu. Der Urlaub sollte dennoch individuell im Vertrag geregelt sein. 
  • Gehalt: Selbstverständlich muss Ihr Arbeitsvertrag auch Ihre Vergütung enthalten.

Alles eine Frage des Geldes

In Baden-Württemberg gilt der bundesweite Mindestlohn von 8,84 € pro Stunde (Stand: August 2017). Einen Anspruch haben alle volljährigen Arbeitnehmer. Tarifliche und branchenspezifische Verträge können allerdings davon abweichen. In bestimmten Branchen ist es üblich, dass Gewerkschaften mit Arbeitgebern Tarifverträge aushandeln, die Löhne und Arbeitskonditionen definieren. Vor allem große Unternehmen in diesen Branchen unterliegen diesem Rahmen. Ausnahmen für den Mindestlohn bestehen zudem für Pflichtpraktikanten, Praktika unter 3 Monaten und Auszubildende. 

Ihr Arbeitsvertrag erfasst Ihren Bruttoverdienst. Sie zahlen eine von Ihrer Steuerklasse abhängige Lohnsteuer. Zudem erhebt die Bundesregierung einen Solidaritätszuschlag (5,5% Ihres Lohnsteuerbeitrags). Bei Religionszugehörigkeit führen Sie Kirchensteuer ab (9% Ihres Lohnsteuerbeitrags). Des Weiteren  zahlen Sie und Ihr Arbeitgeber jeweils anteilig die Sozialversicherungsbeiträge – damit haben Sie eine Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Ihr Bruttoverdienst abzüglich dieser Zahlungen ist Ihr Nettoverdienst

Und nach dem Feierabend?
Und nach dem Feierabend?

Da genießt man in Baden-Württemberg.

Am Feierabend nach dem „Schaffen“ genießt so mancher Baden-Württemberger gerne ein kühles Bier oder „ein Viertele“. Am liebsten natürlich regional: Sowohl Bier als auch Wein wird hier hergestellt. Weniger in der Welt bekannt ist der Most, ein Fruchtsaft aus Äpfel oder Birnen, der im Gärprozess Alkohol entwickelt. Vor allem früher wurde viel Most getrunken, da jedermann ihn günstig selbst herstellen konnte.