Versicherungen

In Deutschland herrscht Sozialversicherungspflicht. Diese beschreibt ein gesetzlich ausgestaltetes System der Absicherung von Arbeitnehmern. Die Sozialversicherung begleitet ein Leben lang und schützt vor Unerwartetem. Dabei gilt das Prinzip der Solidarität. Von der Sozialversicherungspflicht ausgenommen sind Selbstständige, Freiberufler, geringfügig Beschäftigte und Soldaten.

Die verpflichtenden Sozialversicherungsbeiträge werden anteilig vom Arbeitnehmer und -geber bezahlt.

Die verpflichtende Krankenversicherung schützt im Krankheitsfall vor den Risiken des Leistungsausfalls, der Pflege und Heilbehandlung. Der Beitrag ist einkommensabhängig. Ab einem höheren Einkommen und für nicht sozialversicherungspflichtige Bürger besteht die Möglichkeit, sich privat versichern zu lassen. Studenten und Praktikanten haben die Möglichkeit, die Familienversicherung weiterhin zu nutzen, sofern die Familienversicherung in Deutschland Gültigkeit hat. Seit 2009 gilt für EU-Bürger auch ein heimischer Versicherungsschutz, sofern dieser den gesetzlichen Mindeststandard erfüllt (sog. EWR-Dienstleister).

Die Arbeitslosenversicherung sichert Arbeitsuchenden  ein Einkommen. Bis zum Antritt der neuen Stelle wird zumindest teilweise und zeitlich begrenzt der Lebensunterhalt gewährleistet. Wie lange und in welchem Umfang dem Suchenden Arbeitslosengeld zustehen, wird individuell berechnet. Voraussetzung dafür ist ein vorheriges Einzahlen in diese Versicherung im Rahmen einer  Beschäftigung. Die Leistung für langfristig Arbeitsuchende ist gesetzlich geregelt. Die Beiträge werden abhängig vom Einkommen bezahlt.

 

Die Rentenversicherung dient der Altersvorsorge von Beschäftigten. Diese sind somit gegen Risiken der Erwerbsminderung, des Alters und des Todes abgesichert. Die Rentenversicherung folgt dem „pay-as-you-go“-Prinzip, d. h. die jüngere Generation bezahlt die Rente der Älteren. Der Beitragssatz beträgt 18,7%, wovon die Hälfte vom Arbeitnehmer übernommen wird. Zum Teil unterstützen Staat und Arbeitnehmer weitere Altersvorsorge.

Nichtdeutsche Arbeitnehmer können Rentenzahlungen auch im Ausland in Anspruch nehmen.

Sollten Sie zum Pflegefall werden, hilft die Pflegeversicherung. Es besteht Versicherungspflicht. Als Leistung können Sie Pflege oder finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen. Der Beitragssatz beträgt zwischen 2,55 und 2,8%.

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt bei Folgen von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und Berufsunfähigkeit. Dementsprechend wird sie vom Arbeitgeber übernommen.

Je nach Ihrem Risikoempfinden können Sie beliebig Zusatzversicherungen abschließen. Zusatzversicherungen können ebenfalls die verpflichtenden Versicherungsleistungen ergänzen. Deutschland bietet Ihnen eine differenzierte Versicherungslandschaft. Informieren Sie sich stets im Voraus und sprechen Sie mit Freunden und Bekannten. Sollten nach einem Gespräch mit der Versicherungsgesellschaft Ihrer Wahl noch Fragen offen sein, hilft Ihnen auch die Versicherungsberatung der Verbraucherzentrale weiter. 

Beliebte Zusatzversicherungen in Deutschland sind die Haftpflicht-, Hausrat-, Auto- und Zahnzusatzversicherung. Informieren Sie sich bei den  Versicherungsanbietern und entscheiden Sie, was Sie für sinnvoll halten.