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Ausbildungsmarkt unverändert gut – weiterhin gute Chancen für Jugendliche

Sie suchen noch kurzfristig eine Ausbildungsstelle? Tausende Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt. Besonders viele Stellen sind noch verfügbar im Einzelhandel, insbesondere im Lebensmittelverkauf, in der Gastronomie und Hotellerie, im Friseurhandwerk sowie im Beruf Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r.

Von Oktober 2016 bis September 2017 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern in gemeinsamen Einrichtungen insgesamt 79.120 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 567 mehr als im Vorjahreszeitraum. Wesentliche Gründe für diesen Anstieg sind die stabile wirtschaftliche Situation, die Aktivitäten im Rahmen des Bündnisses zur Stärkung der beruflichen Ausbildung und des Fachkräftenachwuchses und der intensivierten Zusammenarbeit der BA mit den Betrieben.


Die Zahl der gemeldeten Bewerber fiel trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen etwas höher aus als im Vorjahr. Seit Beginn des Beratungsjahres am 1. Oktober 2016 haben insgesamt 67.400 Bewerber die Ausbildungsvermittlung der Agenturen und der Jobcenter bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle in Anspruch genommen. Das waren 1.795 mehr als im Vorjahreszeitraum. Immer mehr Bewerber verfügen über höhere Schulabschlüsse, insbesondere auch über Hochschulzugangsberechtigung.


Aus dem Personenkreis geflüchteter Menschen kommen immer mehr junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt an. Von Oktober 2016 bis September 2017 waren es 3.566 Bewerber im Kontext Flucht, die mit Unterstützung einer Agentur für Arbeit oder eines Jobcenters eine Berufsausbildung suchten.

Der Ausbildungsmarkt bleibt rein rechnerisch ein „Bewerbermarkt“. Auf 100 Ausbildungsstellen kommen 89 Bewerber. In einzelnen Berufen, Branchen und Regionen zeigen sich Ungleichgewichte. So waren am Ende des Berufsberatungsjahres 978 Bewerber noch vollständig unversorgt, dies sind 28 weniger als im Vorjahr. Damit blieben 1,5 Prozent der gemeldeten Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder alternatives Angebot. Zusätzlich suchen noch weitere 8.577 junge Menschen eine Ausbildungsstelle. Sie haben aktuell nur eine in ihren Augen zweitbeste Alternative (beispielsweise Schule oder Arbeit) angenommen.
Wie im Vorjahr mündete rund jeder zweite gemeldete Bewerber in eine Berufsausbildung (51 Prozent) ein. 19 Prozent der Bewerber haben sich für einen weiteren (Berufs-)Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium entschieden und zwei Prozent für eine Fördermaßnahme wie eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung. Weitere acht Prozent haben eine Arbeit aufgenommen.
Insgesamt 7.659 Ausbildungsstellen waren am 30. September 2017 noch unbesetzt. Gegenüber dem Vorjahr waren das rund 500 mehr. Besonders schwer zu besetzen waren Ausbildungsstellen im Einzelhandel, insbesondere im Lebensmittelverkauf, in der Gastronomie und Hotellerie, im Friseurhandwerk sowie im Beruf Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r.


Für die noch unversorgten Bewerber werden die Vermittlungsaktivitäten fortgesetzt. Außerdem melden sich auch jetzt noch junge Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (wieder) auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Auch Betriebe melden Ausbildungsstellen, die (wieder) frei geworden sind.
Insbesondere mit betriebsnahen Angeboten wie den ausbildungsbegleitenden Hilfen und der Assistierten Ausbildung können chancenärmere Jugendliche beim Übergang in eine Ausbildung und deren Betriebe unterstützt werden.