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Fachkräfteengpässe nehmen weiter zu

Der Arbeitsmarktbilanz für das vergangene Jahr fällt überwiegend positiv aus. Die Beschäftigung hat weiter zugenommen, die Arbeitslosenzahl ist im Jahresdurchschnitt gegenüber 2016 um 5,1 Prozent zurückgegangen. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent im Jahresdurchschnitt 2017 zählt die Region Stuttgart weiterhin zu den Großstadtregionen mit der geringsten Arbeitslosigkeit in Deutschland und Europa.

Die Entwicklung der Zahl der bei den Agenturen registrierten offenen Stellen, die um knapp 15 Prozent angeschwollen ist, sowie steigende Vakanzzeiten deuten jedoch darauf hin, dass es für die Unternehmen schwieriger geworden ist, ihre offenen Stellen zu besetzten. Das bestätigen auch die Betriebe. Der Anteil der Unternehmen, für die der Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko darstellt, hat kontinuierlich zugenommen, von 47 Prozent Anfang 2017 auf 61 Prozent zu Jahresbeginn 2018.

In Branchen mit überdurchschnittlichem Fachkräftebedarf klagen besonders viele Betriebe über Fachkräfteengpässe: 75 Prozent der Ingenieur- und Architekturbüros, 73 Prozent der Bauunternehmen sowie 67 Prozent der ITK-Dienstleister und Großhändler sind betroffen. Noch größere Stellenbesetzungsprobleme gibt es jedoch in zwei Branchen, die keinen zusätzlichen Personalbedarf melden: Insbesondere die hohe Personalfluktuation führt dazu, dass 87 Prozent der Hoteliers und 100 Prozent der Gastronomen unter Personalengpässen leiden.

An dieser angespannten Arbeitsmarktsituation wird sich auch im gerade begonnen Jahr 2018 nicht viel ändern. Die Personalpläne der Betriebe zeigen einen weiter steigenden Fachkräftebedarf an. Die Zahl verfügbarer Fachkräfte wird dagegen kaum zulegen, da aufgrund der demografischen Entwicklung mehr Beschäftige in Rente gehen als junge Leute nachrücken. Gelänge es, mehr Arbeitslose als bisher fit für den Arbeitsmarkt zu bekommen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu verbessern, Flüchtlinge verstärkt in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder die gezielte Zuwanderung von Fachkräften aus dem In- und Ausland zu erhöhen, wäre nicht nur den Fachkräfte suchenden Unternehmen geholfen.